
Triskelion
Ensemble
Zeitgenössiche Musik auf historischen und modernen Instrumenten
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Soliloquy
IIb for solo baroque oboe by José Jesus de Azevedo Souza |
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Matthew Peaceman, Barockoboe Click hier |
Experimentalism ° Synthesis ° Don't touch that buttonism °
° contemporary
music that rejects the pigeon-hole mentality °
° Intellectual & emotional musical synthesis °
° Occasionally doing what you were told never to do °
and finding the time to do it...
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Zeitgenössische Musik auf historischen Instrumenten? Warum eigentlich?
(Ein kurzer Vortrag zum Konzert des Triskelion Ensembles auf der Internationalen Doublereed Society Konferenz in Mainz (Deutschland) von Oktober 1999) „Alles, was ohne löbliche Affekte geschieht, heißt nichts, gilt nichts, tut nichts“
Johann Mattheson, aus dem Traktat ‚Das forschende Orchester‘ (1721)Es ist vielleicht dieses Sentiment mehr als jedes andere, das die in der Alten Musik-Bewegung Tätigen motiviert, sich in die vielfältigen Fragen der musikalischen Aufführungspraxis sowie des Instrumentariums zu vertiefen und sich mit den kulturellen, sozio-politischen Bedingungen dieser Epoche zu beschäftigen. Ihre höchsten Ziele sind es nicht, sich in eine staubige museale Ecke zu stellen, sondern die Musik, ausgehend vom jeweiligen stilistischen Standpunkt ihrer Enstehung, technisch und emotional zum Leben zu bringen. Nur so, meinen sie, ist es möglich, dieser Musik gerecht zu werden. Nur so kann die Musik eine tiefgründige Relevanz für uns heute erringen.
Nun stehen wir auf der Bühne, an der Schwelle zum 21. Jahrhundert, mit Instrumenten einer sehr viel früheren Zeit und wollen die Musik unserer Zeit angehen. Nichts weiteres als ein Gag um das Interesse zu erwecken in einer Zeit, in der Werbung für eine Sache fast mehr zu bedeuten hat als die Sache selbst? Nein. Kaum. Im Gegenteil. Unsere Gründe sind einfach und zugleich komplex. An der ersten Stelle steht für uns die Relevanz des Mattheson’schen Zitats, das wir heute genauso gültig finden wie vor 280 Jahren. An der zweiten Stelle steht die Tatsache, dass das Musizieren auf Instrumenten früherer Epochen, sich weltweit fest etabliert hat und nicht mehr wegzudenken ist. Also, wenngleich diese Instrumente einer anderen Zeit angehören, gehören sie ebenso zu unserer Zeit. Die Klänge, die man mit diesem Instrumentarium erzeugen kann, sind in unser zeitgenössisches musikalisches Bewußtsein endgültig eingedrungen. Ausgehend von beiden Aspekten möchten wir mit dem heutigen Programm einen Schritt weitergehen. Wir finden, dass das Spannungsfeld zwischen alt und neu uns noch andere Ausdrucksmöglichkeiten eröffnen kann. Jedoch geht es nicht nur um das Instrumentarium. Stilistische Aufführungsmerkmale des 17. und 18. Jahrhunderts werden im Kontext von zeitgenössischen, harmonischen und rhythmischen Strukturen ebenso angewendet, um die Wirksamkeit der Stücke möglichst zur Geltung kommen zu lassen. Hierbei geht es in der Hauptsache um eine Synthese, die durch die Integration von alten und neuen musikalischen Mitteln zu einer Erweiterung unserer modernen musikalischen Sprache führt.